Drehbuch-Blog
Gepostet am von Courtney Meznarich

Wie du in deinem Drehbuch überraschende Wendungen schreibst

Ich liebe tolle Wendungen! Leider sind die Wendungen oft so vorhersehbar. Ich erkenne es meist in Akt eins und es treibt meine Mitseher in den Wahnsinn. Wenn du also eine überraschende Wendung einbauen willst, findest du hier einige bewährte Techniken, damit das Publikum bis zum Ende im Dunklen tappt! Und vielleicht komme nicht einmal ich drauf!

Bryan Young ist Filmemacher, Drehbuchautor und Journalist für einige erstklassige Internetseiten, darunter StarWars.com, HowStuffWorks.com, Syfy.com und /Film. Er hat einige der beliebtesten Filme der Welt analysiert, um festzustellen, warum sie funktionieren. Wir wollten wissen: was macht eine tolle Wendung im Drehbuch aus und wie schreibt man eine?

„Wenn du überraschende Wendungen schreiben willst, ist einer der Sätze, die du oft hören wirst, dass sie eine Überraschung, aber unvermeidbar sein muss“, begann Young. „Alle falschen Spuren müssen weg von der Wendung führen oder zu dieser Wendung führen oder Hinweise zu dieser Wendung, damit das Publikum sich durch sie nicht betrogen fühlt.“

Bedeutet: unvermeidbar, aber nicht vorhersehbar. Du möchtest dein Publikum zum Ende mit dieser Wendung führen, aber deine Hinweise sollten vage genug sein, dass es nicht zu früh drauf kommt.

Hier sind einige Tools, damit dein Publikum nicht gleich drauf kommt:

  • Red Herrings

    Dieser Ausdruck bezeichnet falsche Informationen, die deinen Leser in die falsche Richtung führen sollen.

  • Sackgassen

    Dein Publikum denkt, es weiß, was passieren wird, bis es in eine Sackgasse kommt. Du zeigst ihm, dass seine ursprüngliche Idee als Fortführung des Films nicht möglich ist. Du kannst diese Methode mehrmals anwenden.

  • Irreführung

    Du kennst das Gefühl, wenn ein Magier dich in seinen Bann gezogen hat und seinen Trick mit der rechten Hand vorführt, du aber später merkst, dass du nicht weißt, was die linke Hand die ganze Zeit gemacht hat? Verstreue Hinweise an Stellen, an denen das Publikum wahrscheinlich auf etwas anderes achtet.

  • Vorausdeutungen

    Vorausdeutungen geben nicht nur Hinweise, sie sorgen auch dafür, dass dein Publikum sich weniger betrogen fühlt, wenn du am Ende deine Wendung offenbarst. Es hat das Gefühl, es wusste von Anfang an vom Ausgang, selbst wenn es die Anzeichen zunächst nicht erkannt hat. Um diese Methode zu nutzen, musst du subtil andeuten, dass etwas passieren könnte, und es dann in deinem Drehbuch passieren lassen. Verwende keine Vorausdeutungen, wenn du den Hinweis später nicht realisieren willst.

  • Nebenhandlung

    Hast du jemals von der „A-Handlung“ und „B-Handlung“ in einem Drehbuch gehört? Es gibt die Haupthandlung, die offensichtlich ist, und oft eine Nebenhandlung, welche die Geschichte dynamischer machen soll. Die Nebenhandlung kann die Aufmerksamkeit des Publikums von der Haupthandlung wegnehmen, so dass du Raum für eine Wendung hast, oder sie könnte einen Beitrag zum Ausgang der Haupthandlung leisten. Wichtig ist, dass du die Geschichte nicht zu kompliziert machst.

  • Nicht vertrauenswürdige Figuren

    Finde Figuren, auf die sich deine Hauptfigur stützen und denen sie vertrauen kann und denen dein Publikum zunächst ebenfalls vertraut. Doch nutze Vorausdeutungen um zu zeigen, dass mehr hinter den Motiven der Figur steckt. Manchmal wird diese Methode verwendet, wenn es einen Erzähler der Geschichte gibt, aber wir später herausfinden, dass er etwas verbirgt oder er einen anderen Blickwinkel hat, den wir erst nicht erahnen.

  • Der „Game of Thrones“-Ansatz

    Es ist schwer, Figuren zu töten, für den Autor und das Publikum, das mit ihnen mitgefiebert hat. Doch das Töten einer Figur, von der dein Publikum dachte, dass sie eine bedeutende Rolle in der Geschichte spielen wird, ist die ultimative Wendung, da das Publikum dann das Gefühl hat, dass niemand sicher ist, und es weiter raten wird, „wer der nächste ist“. Wir haben das in fast jeder Episode von „Game of Thrones“ gesehen. Natürlich musst du diese Methode vorsichtig anwenden, da du die Figuren nicht nur für den Schockeffekt töten sollst. Dann wird dein Publikum nur wütend.

„Wenn es wieder zum Anfang zurückkehrt und dein Drehbuch nochmal liest oder den Film nochmal anschaut, wird es sehen, dass du entsprechende Hinweise gegeben hast“, sagte uns Young. „Es scheint so überraschend und schockieren, dass es niemals dorthin hätte führen können, aber wenn man alle Hinweise zusammen nimmt, versteht man es sofort. Es wurde von Anfang an so aufgebaut. Wenn du auf den Höhepunkt hinarbeitest, achte darauf, dass er überraschend, aber unvermeidlich ist.“

Lege die Basis für deine Wendung früh und oft und nimm dein Publikum mit auf eine Reise, die es so bald nicht mehr vergisst.

Ich wette, das hast du nicht kommen sehen,

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