Drehbuch-Blog
Gepostet am von Victoria Lucia

Wie man einen Hook am Anfang eines Drehbuchs schreibt

einen Hook am Anfang eines Drehbuchs schreibt

Ohne eine fesselnde Einleitung zu deinem Drehbuch hast du keine Chance. Wenn du den Leser nicht begeisterst und dafür sorgst, dass er mehr will, wie kannst du dann erwarten, dass er das Drehbuch weiterliest? Du musst die Aufmerksamkeit des Lesers einfangen und halten, daher erkläre ich dir heute mit Beispielen, wie du in einem Drehbuch einen Hook schreibst.

Ein Hook ist genau das, wonach es klingt. Es ist die Idee, die einen Leser wie ein „Haken“ festhält, dafür sorgt, dass er den Rest deiner Geschichte erfahren will. Ein Hook wird in den ersten fünf bis zehn Seiten eingebaut. In einer Zeit der kurzen Aufmerksamkeitsspannen musst du dem Leser einen Grund geben, dabei zu bleiben und beim Rest deiner Geschichte mitzufiebern.

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Beispiele für Hooks in einem Drehbuch

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

In „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“, geschrieben von Guillermo del Toro und Vanessa Taylor, treiben wir am Anfang am Grund des Flusses und gleiten dann langsam in ein überflutetes Apartment. Zwischen Fischen schwimmen Küchenstühle und Beistelltische umher. Ein Erzähler spricht von einer Prinzessin ohne Stimme und von Liebe und Verlust. Eine schlafende Frau schwebt über ihrem Bett, bevor sie nach unten sinkt. Ein Wecker klingelt, das Wasser verschwindet, und wir befinden uns in einem nicht überfluteten Apartment. Wir folgen dann der Frau durch ihren Tag.

Dies ist die ideale Stelle, um dich daran zu erinnern, dass du als Drehbuchautor nicht nur schreibst. Du erzeugst Bilder. Natürlich weißt du das, aber manchmal kann man sich so darin verwickeln zu versuchen, dass die Geschichte Sinn ergibt oder bestimmte Dinge passieren, dass die Bilder in den Hintergrund rücken.

Diese Eröffnungsszene ist so unerwartet und visuell so interessant, dass wir denken: „Natürlich folge ich dieser Frau durch ihren Tag. Ich will mehr wissen!“ Es ist sehr geheimnisvoll. Zuerst könntest du dich fragen, ob das Wasser wirklich dort ist, aber dann wird dir klar, dass es eher eine Traumsequenz ist, und du fragst dich, wofür das Wasser steht. Die mysteriöse, skurrile Natur der Bilder sorgt gemeinsam mit der fesselnden Geschichte des Erzählers über Prinzen, Prinzessinnen und Monster dafür, dass der Leser (und später der Zuschauer) mehr wissen will.

Du kannst das Drehbuch von „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“ hier lesen.

Die üblichen Verdächtigen

Der Neo-noir Spielfilm „Die üblichen Verdächtigen“, geschrieben von Christopher McQuarrie, beginnt mit einem verletzt aussehenden Mann auf einem Boot, der sich eine Zigarette anzündet. Wir sehen neben ihm eine Flüssigkeit entlangfließen. Er zündet das Streichholzbriefchen an und verwendet es, um die Flüssigkeit anzuzünden. Es entsteht eine Spur aus Feuer. Das Feuer wird von einem Mann gelöscht, dessen Gesicht wir nicht sehen. Der gesichtslose Mann nähert sich ganz locker dem verletzten Mann, der zwischen Überraschung und Resignation hin- und hergerissen zu sein scheint. Sie unterhalten sich kurz, bevor der gesichtslose Mann ihn erschießt. Der gesichtslose Mann entzündet dann ein Feuer, so dass das Boot in Flammen explodiert. Uns wird dann über einen Rückblick erzählt, wie der Mann letztendlich auf dem Boot gelandet ist.

Diese Eröffnungsszene macht uns gleich darauf neugierig, was dahintersteckt. Was die Handlung angeht, starten wir gleich mit einem Höhepunkt: Es gibt einen Mord und Brandstiftung! Diese Technik, etwas zu zeigen und danach zu erklären, wie es dazu gekommen ist, ist in dem Film sehr effektiv. Diese Technik funktioniert besonders gut, wenn die Geschichte, die du erzählst, so ein fesselndes Rätsel wie in „Die üblichen Verdächtigen“ ist.

Lies hier das Drehbuch für „Die üblichen Verdächtigen“.

Wahnsinn ohne Handicap

Die Sport-Komödie „Wahnsinn ohne Handicap“ wurde von Brian Doyle-Murray, Douglas Kennedy und Harold Ramis geschrieben. Sie beginnt mit einem fantastischen Tag auf dem Golfplatz! Die Sonne geht auf, die Rasensprenger gehen an und ein Eichhörnchen streift herum. Eine Mutter weckt ihre schlafenden Kinder. Der ältere Sohn spricht darüber, fürs College zu sparen. Er macht sich auf den Weg und fährt mit dem Fahrrad zu seinem Job als Caddy auf einem vornehmen Golfplatz, auf dem sich einige schrullige Figuren tummeln. „Wahnsinn ohne Handycap“ stellt uns diese Familie vor und wir bekommen einen Eindruck über die Hintergründe der Hauptfiguren. Am wichtigsten ist, dass wir den Schauplatz des Films kennenlernen, einen Country-Club-Golfplatz, und wir bekommen einen Eindruck, wie dort alles abläuft.

Ein starker Comedy-Hook sollte zeigen, welche Art Humor der Film nutzt und wo sie herkommt. „Wahnsinn ohne Handicap” macht das ganz schnell und nutzt die humoristischen Elemente, die der Golfplatz bietet.

Du kannst das Drehbuch für „Wahnsinn ohne Handicap” hier lesen.

Der Hook ist nicht das A und O deines Drehbuchs. Ein Drehbuch mit gutem Hook kann immer noch in der Mitte auseinanderfallen oder ein unbefriedigendes Ende haben. Du solltest den Rest des Drehbuchs nicht vernachlässigen und nur mit einem guten Hook zufrieden sein. Es ist wichtig, dass du Leser und Zuschauer für deine Geschichte begeisterst, aber du musst sie bis zum Ende mit einer spannenden Geschichte fesseln. Hoffentlich inspirieren dich die Filme, die ich genannt habe, und geben dir Ideen für deine eigenen Hooks. Viel Spaß beim Schreiben!

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