Drehbuch-Blog
Gepostet am von Alli Unger

Was Hollywoods Begeisterung für Remakes und Reboots für den modernen Drehbuchautoren bedeutet

Tomb Raider, Akte X, Die Schöne und das Biest, Star Wars, Roseanne, Jurassic World. Diese Liste könnte fast endlos weitergeführt werden…

Halten Sie Ihren Platz in der Schlange, Drehbuchautor! Wir nähern uns der Einführung der SoCreate Screenwriting Software für eine begrenzte Anzahl von Betatestern. , ohne diese Seite zu verlassen.

Hollywood-Schriftzug

Manchmal fühlt es sich an, als würde man jedes Mal, wenn man den Fernseher anschaltet oder seinen Webbrowser öffnet, von einem neuen Trailer für das Remake eines Films oder den Reboot einer Fernsehserie begrüßt. Man kann nicht leugnen, dass Hollywood eine Schwäche für diese Remakes und Reboots hat. Aber stimmen die Gerüchte? Sind wir Zeugen des Untergangs des Originaldrehbuchs, wie viele Kinobesucher es behaupten? Lass uns das genauer anschauen!

Laut des Datenblogs The Droid You're Looking For starteten zwischen 2003 und 2012 122 Remakes im Kino. Die durchschnittliche Bewertung all dieser Filme auf Rotten Tomatoes? Mäßige 46%, während Originalfilme einen Durchschnittwert von 78% hatten. Die Kritiken sind nicht berauschend, aber wie schaut es an den Kinokassen aus? Sie klingeln. Die Bruttoeinspielergebnisse all dieser Remakes betrugen verblüffende $12 Milliarden.

Bevor wir uns genauer anschauen, was das für Autoren bedeutet, wollen wir überlegen, aus welchen Gründen ein Studio ein Remake oder ein Reeboot einer Originalgeschichte vorzieht.

Warum könnte sich ein Studio für ein Remake oder ein Reboot entscheiden?

  • Risikoaversion

    The Economic Times definiert eine Person, die Risikoaversion anwendet als jemanden, der lieber geringere Einnahmen mit bekannten Risiken hat als größere Einnahmen mit unbekannten Risiken… „Er/Sie hält sich von risikoreichen Investitionen fern und bevorzugt Investitionen mit einem sicheren Gewinn.“

    Risikoaversion ist wahrscheinlich der größte Faktor im - wie es genannt wurde - „Remake-Zeitalter“ Hollywoods. Es ist viel leichter für ein Studio, ein Remake oder einen Reboot abzusegnen, da es weiß, dass der Film oder die Serie in der Vergangenheit erfolgreich war. Es weiß, dass es sein Geld in etwas investiert, dass ein treues Publikum hat und wahrscheinlich profitabel ist oder wenigstens genug Einnahmen bringt, um die Produktionskosten wieder einzuspielen und die Kosten zu decken.

„Ein Filmprojekt zu finanzieren ist fast wie Glücksspiel. Die Verantwortlichen bei 20th Century Fox, Paramount Pictures und Sony haben keine Gelddruckmaschine in ihrem Keller. Daher gehen sie lieber auf Nummer sicher und setzen auf bewährte Konzepte, anstatt ein Risiko einzugehen und ein Originaldrehbuch zu finanzieren, das auf einer Originalgeschichte beruht. Warum gibt es seit Neuestem so viele Reboots und Remakes in Hollywood?“

Alex Diaz-Granados, auf Quora thread ("Why Are There So Many Reboots and Remakes in Hollywood Recently?")
  • Ein Vorsprung beim Marketing

    In einer Welt überfüllt mit Informationen und endloser Werbung gibt es im Bereich Marketing große Vorteile für ein Studio, wenn es ein Remake oder ein Reboot vermarktet, da es bereits einen Vorsprung hat! Es gibt bereits ein Publikum, das mit der zugrundeliegenden Geschichte des Films oder der Serie vertraut ist, die das Studio ihnen verkaufen will. Zuschauer schalten eher für etwas ein, an dem sie bereits Spaß hatten und das sie interessiert.

    Die Vermarkter können zudem Ungewöhnliches wagen, wenn die grundlegende Geschichte bereits bekannt ist. In vielen Fällen müssen sie die Charaktere oder den Schauplatz nicht mehr erklären, so dass ihre Werbeaktionen ausgefallen oder anders sein können, damit sie hervorstechen.

    Nehmen wir zum Beispiel den Trailer für den in den USA beliebten Fernsehklassiker „Roseanne“. Die Pilotfolge des Reboots hatte am Dienstag, dem 27. März 2018 über 18 Millionen Zuschauer.

    Hätten wir den Trailer gesehen, ohne den Zusammenhang der Sendung zu kennen, wäre er wahrscheinlich nicht so erfolgreich gewesen. Da die Vermarkter allerdings wissen, dass ihre Zielgruppe die Originalserie gesehen hat und weiß, worum es geht, können sie einen anderen Ansatz wählen. Sie erzählen uns nichts darüber, was in der Serie passiert oder wer Roseanne ist. Stattdessen konzentrieren sie sich auf den Nostalgiefaktor und zeigen, wie die Originalbesetzung wieder vereint wird, und spielen Roseannes unvergessliches Lachen ein.

  • Neue und verbesserte Technologie

    Ein dritter Grund, warum ein Studio sich für einen Reboot oder ein Remake entscheidet, ist einfach der Zugang zu fortschrittlicher Technologie. Die Entwicklung der Spezialeffekte während des letzten Jahrhunderts war einfach unglaublich! Neue Technologien und Bearbeitungsmöglichkeiten erlauben es Studios, einige der bekanntesten und beliebtesten Geschichten mit aktualisierten visuellen Effekten, helleren und deutlicheren Bildern und einem verbesserten Ton zu reproduzieren, welche die Geschichte noch erfolgreicher machen.

    Egal ob du sie liebst oder hasst, ein tolles Beispiel dieser Entwicklung sind die Remakes von King Kong. Schau dir die Veränderungen in diesem Entwicklungsvideo von Then & Now an:

Was bedeutet das für Autoren?

Was bedeutet nun Hollywoods Begeisterung für Remakes und Reboots für uns Autoren? Sollten wir unsere Laptops einpacken und gehen?

AUF KEINEN FALL!

Wenn man tiefer in die Geschichte von Film und Fernsehen eintaucht, erkennt man, dass die meisten erfolgreichen Filme und Fernsehserien EBENFALLS bessere Versionen älterer Geschichten sind. Diese Vernarrtheit in Remakes und Reboots ist nichts Neues und wir müssen uns weiter unseren Weg durch diese knifflige Industrie bahnen, bis wir Erfolg haben.

Journalist Shane Snow beschreibt es am besten in seinem LinkedIn-Artikel „Why Hollywood makes more sequels every year.“ („Warum Hollywood jedes Jahr mehr Fortsetzungen produziert.“)

„Die Filmindustrie giert nach sicheren Investitionen, während das Publikum nach tollen Geschichten giert. Das sorgt dafür, dass die Industrie in Originaldrehbücher investiert und hofft, den nächsten Überraschungshit zu landen.“

Shane Snow

Ja, ein Großteil von Hollywood sucht WIRKLICH nach den risikolosen Goldminen, aber dank neuer Produktionsmöglichkeiten, darunter Online-Streamingdiensten wie Netflix, Amazon und Hulu, gibt es zunehmend Möglichkeiten für Autoren mit Originaldrehbüchern.

Erst letztes Jahr hat Amazons „Manchester by the Sea“ den Oscar für das beste Originaldrehbuch UND den besten Schauspieler (Casey Affleck) gewonnen. Er war der erste Film ÜBERHAUPT, der von einem Streamingdienst veröffentlicht wurde und für den begehrten Preis für den besten Film nominiert war.

Schreib weiter. Ja, SCHREIB WEITER! Lass dich von Hollywood nicht unterkriegen. Du kannst nie wissen, welche Möglichkeiten auf dich warten.

Lang lebe das Originaldrehbuch!

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